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R. Brunnhuber: Ein Panorama des Weltethos

In diesem Vortrag wird ein Panorama des Weltethos entfaltet. Den Rahmen bildet – in der Metapher eines Panoramas – das Bemühen, den Nachweis von drei miteinander verknüpften Moralprinzipien zu erbringen, die das Weltethos beinhaltet. Moralprinzip ist dabei ein universal gültiges ethisches Prinzip, welches jeder Moral vorausgeht und jeder Gesellschaft zu ihrem eigenen „Wohle“ inhärent sein muss. In drei vertiefenden Teilen wird die ethische Tiefgründigkeit des Weltethos und dessen praktische Relevanz erläutert. Der erste Teil bezieht sich auf Hans Küngs Betonung des Aspekts Kultur in der Erklärung zum Weltethos. Konform mit dem Kerngedanken des Human and Global Development Research Institute (DRI) wird die Relevanz von Kultur verdeutlicht, sowie modellhaft ihre zentralen Ansatzpunkte nach dem „Culture Specification Model“ (CSM) verortet. Auf dieser Konkretisierung aufbauend wird in zwei weiteren Teilen die Verknüpfung zwischen einer menschlichen Entwicklung (der innerpsychischen Dimension) und einer globalen Entwicklung (der materiellen Dimension des Menschen) auf Basis des Weltethos vorgestellt. Es folgt eine humanökologische Konzeption eines möglichen „ökologischen Weltethos“: „Achtung vor dem Leben“ wird ethisch und praktisch konkretisiert, sowie die fundamentale Verwandtschaft des Weltethos mit Nachhaltiger Entwicklung erörtert. Im abschließenden Teil wird ein zusätzlicher Ausblick unternommen: Es wird dafür argumentiert, dass der Mensch ein genuin ethisches Wesen ist, und wie sich diese Erkenntnis für eine Weiterentwicklung der Ethik nutzen lässt.

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R. Brunnhuber: Ein Panorama des Weltethos
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R. Kaufmann: Ein geerdetes Weltethos

Das Projekt Weltethos des Schweizer Theologen Hans Küng geniesst zurecht einen guten Ruf, dient es doch mit Erfolg der friedlichen Koexistenz der Religionen und Kulturen. Eine kritische Überprüfung seiner Zukunftstauglichkeit fördert aber auch Schwachstellen an den Tag: Obwohl es einem fortschrittlichen Geist verpflichtet ist, wurzelt es teilweise noch im archaisch-mythischen Weltbild, das durch den Fortschritt der Wissenschaft überholt wird. Zudem werden ihm, infolge der Globalisierung, Traditionsverlust und Sittenzerfall zusetzen. Das Weltethos bröckelt und muss darum revidiert und der Entwicklung angepasst werden. Dafür ist ein inter- und transdisziplinäres Team nötig, in dem Vertreter der Natur- und der Geisteswissenschaften zusammenarbeiten: Biologen, Neurologen, Humanethologen, Verhaltensforscher, Tiefenpsychologen, Historiker und Juristen. Bis ein solches Gremium praxistaugliche und politisch mehrheitsfähige Resultate vorlegen kann, werden aber noch Jahre ins Land gehen. In der Zwischenzeit wird das Weltethos weiterhin gute Dienste leisten, auch wenn ihm noch Eierschalen des archaisch-mythischen Zeitalters anhaften. Früher oder später sollten diese aber verschwinden, damit es zukunftstauglich wird; denn im Kampf ums Dasein überlebt nur, wer flexibel ist und sich immerfort weiterentwickelt. Life is Evolution.

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R. Kaufmann: Ein geerdetes Weltethos
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A. Hanslik: Die Würde des Menschen

In seinem Beitrag „Die Würde des Menschen“ hinterfragt Mag. A. Hanslik zunächst die „Unantastbarkeit“ und den Absolutheitsanspruch, die dieser Würde zugesprochen werden. Kritik folgt auch an der dem Würdebegriff inhärenten Stützung des Selbstbildes des Menschen als Gottes Ebenbild, mit dem ebendiese Würde theologisch begründet wird, und an der Dehnbarkeit des Begriffs als solchem. Von dieser Kritik ausgehend läßt sich fragen, ob der Begriff der Würde nicht eher Belastung als Bereicherung ist, mit anderen Worten, ob wir nicht auf ihn verzichten sollten, in unserem Selbstbild ebenso wie im Verfassungskontext. Eine mögliche Alternative, die Hanslik vorschlägt, ist anstelle von „Würde“ das Begriffspaar „Vernunft“ und „Empathie“ zu verwenden, letzterer ein Begriff, der auch Mitmenschen miteinbezieht.

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G. Walch: Fluchtzeit

Der Tiefenpsychologe, Dozent und Autor G.M. Walch in seinem Vortrag "Fluchtzeit": „Bald drei Millionen Menschen auf der Flucht!“, so lautet eine Schlagzeile auf der ersten Seite der heutigen Ausgabe der Tageszeitung und bezieht sich auf Menschen die vor Kriegen auf der Flucht sind. „Bald Milliarden Menschen auf der Flucht!“, so möchte ich dazuschreiben und beziehe mich auf den inneren Krieg in uns allen, der den meisten von uns gar nicht bewusst ist; so gut funktioniert unser Verdrängungsmechanismus, so weit sind wir schon davon geflohen. Ja, überall werden wir sogar noch zur Flucht animiert. [...] So ist es höchste Zeit, uns zu fragen, was es denn wirklich ist, wovor wir fliehen."

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G. Walch: Fluchtzeit
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A. Hanslik: Grenzen der Entwicklung

Stoßen das kapitalistische, auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaftssystem und der für das wirtschaftliche Wachstum grundlegende wissenschaftlich-technische Fortschritt an ihre Grenzen? Und, falls ja, was folgt daraus? Ausgehend von einer Analyse dieser Fragestellungen entwickelt Mag. A. Hanslik in seinem Vortrag ein Plädoyer wider die Endzeitstimmung, die sich vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Krisen in unserer Gesellschaft zu verbreiten scheint.

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A. Hanslik: Zeit für eine neue Ethik

Mag. A. Hanslik vertritt in seinem Vortrag zwei Thesen: Erstens: der Kapitalismus, also unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, ist am Ende und aus sich selbst heraus nicht reformierbar. Zweitens: Der Weg zur Überwindung oder zu einem Totalumbau des Kapitalismus in seiner heutigen Form führt nur über eine Fundamentalkritik, die Infragestellung der kapitalistischen Dogmen und ethischen Normen. Unsere Zukunft hängt von unseren Werten ab. Es ist Zeit für eine neue Ethik.

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A. Hanslik: Zeit für eine neue Ethik
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H. Küng: Dialog der Kulturen

Statement von Prof. Dr. Hans Küng vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 9. November 2001. Nachdruck des DRI, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Weltethos.

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H. Küng: Dialog der Kulturen
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J. Kindermann: Pluralismus

Pluralismus ist einer der konzeptionell wichtigsten Grundbegriffe der modernen Gesellschaft, sowohl im Bereich der Gemeinschaft und der politischen Theorie als auch im Bereich der Erkenntnistheorie und der Grundlegung der Moral. Dipl.-Psych. Dr. J. Kindermann untersucht in ihrem DRI Vortrag Pluralismus die Geschichte des Konzepts, mögliche Probleme des Pluralismus und  dessen Einbettung in die Philosophie von der Antike bis heute.

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Dipl.-Psych. Dr. J. Kindermann: Über Pluralismus
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S. Sariciftci: Solarenergie und Demokratisierung

Fortschritt im Bereich der globalen Entwicklung hängt oft von Fortschritt im Bereich der menschlichen Entwicklung ab. In manchen Bereichen tritt der umgekehrte Zusammenhang auf, und technische Lösungen im Bereich der globalen Entwicklung haben nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung der Gesellschaft und des Menschen. In seinem DRI Vortrag zeigt Prof. Mag. Dr. Dr.h.c.mult. Niyazi Serdar Sariciftci diesen Zusammenhang am Beispiel von Sonnenenergie und Demokratisierung. Ausgehend von der "Konvergenz der Krisen" des 21. Jahrhunderts (Energie, Klima, Demographie, Finanzmärkte) zeigt der Vortrag den möglichen Einfluß der Nutzung von Solarenergie auf all diese Krisen: der Weg führt über die Demokratisierung der Gesellschaft und die Stärkung des Individuums.

 

Ein Vortrag von Prof. Sariciftci zum Thema (Audio) ist hier verfügbar. 

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Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Niyazi Serdar Sariciftci: Solarenergie und Demokratisierung
S. Sariciftci - Solarenergie und Demokra
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J. Kindermann: Über Humanität

Die Bedeutung von Humanität für die menschliche Entwicklung ist fast von selbst evident. Humanität ist eine der Leitideen, die die Entwicklung der Menschheit bis heute begleiten und determinieren. Dipl. Psych. Dr. J. Kindermann stellt in ihrem DRI Vortrag das Konzept und seine Geschichte vor, beginnend in der griechischen Antike und endend im 20. Jahrhundert.

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Dipl.-Psych. Dr. J. Kindermann: Über Humanität
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I. Gnägy: Über Konfuzius

Die Lehren von Konfuzius sind vor allem für das Verständnis des Zusammenhangs von menschlicher Entwicklung auf der einen und globaler Entwicklung auf der anderen Seite wichtig. Konfuzius Kernthese, das Funktionieren des Gemeinwesens zu verbessern, indem das Individuum an sich selbst arbeitet und zunächst sich selbst verbessert, ist auch heute noch eine wegweisende Leitidee. Der DRI Vortrag von I. Gnägy stellt diesen Zusammenhang vor.

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I. Gnägy: Über Konfuzius
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C.M. Wieland: Über Dialog als Prinzip der Gesellschaft

Dialog steht als Ideal sowohl im Gegensatz zum Monolog, bei dem konzeptionell das Element des Austausches fehlt, und zur Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung, bei der die Konfliktlösung noch nicht sublimiert über Worte gesucht werden kann. Monologe sind geeignet für wissenschaftliche Arbeiten, Dialog dagegen für den Fortschritt der Kultur und der Gesellschaft. Dialog stand am Anfang der Kulturentwicklung in der griechischen Antike, wie C.M. Wieland in seinem Essay "Über Xenophons Symposion" im Jahr 1801 schrieb (Nachdruck. Rechteinhaber sind eingeladen, DRI zu kontaktieren).

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Über Dialog
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