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J. Leinen, A. Bummel: Die Entwicklung des Bewusstseins und ein Weltparlament

In diesem Auszug aus dem Buch „Das demokratische Weltparlament: Eine kosmopolitische Vision“ von Jo Leinen und Andreas Bummel (März 2017, Dietz-Verlag) geht es um den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der menschlichen Psyche und der sozialen Institutionen. Die Anforderungen der modernen Welt gehen demnach mit einem Bewusstseinswandel einher, der wiederum die Basis für die Fortentwicklung sozialer Strukturen darstellt und vice versa. Im Zuge der fortschreitenden globalen Verflechtung erweitert sich das empathische Empfinden für einen wachsenden Kreis von Menschen auf die ganze Welt. Aus der Perspektive der Bewusstseinsevolution deutet sich die Ausbildung einer integralen Weltsicht an, deren symbolträchtigste institutionelle Verkörperung ein Weltparlament wäre. – J. Leinen ist MdEP und ehem. Minister für Umwelt, Saarland, Deutschland. A. Bummel ist Leiter der internationalen Kampagne für ein Parlament bei der UNO.

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J. Leinen, A. Bummel: Die Entwicklung des Bewusstseins und ein Weltparlament
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R. Brunnhuber: Ethischer Realitätssinn nach dem Weltethos

Mit einer psychologischen „Lesart“ des Weltethos möchte Robert Brunnhuber zeigen, welche praktischen und philosophischen Vorteile daraus resultieren, wenn das erste Prinzip des Weltethos „Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden“  (Moralprinzip der Humanität) durch drei „Grundbestrebungen“ konkretisiert wird, die alle Menschen gemeinsam haben. Mit der primären Intention die Praxisrelevanz dieser Interpretation zu zeigen, wird zunächst die allgemeine Gültigkeit dieser Grundbestrebungen erklärt, und an mehreren Beispielen aktueller Herausforderungen demonstriert. Über eine Definition der Beschreibung des Ethischen Realitätssinns gewinnt der Autor klare ethische Grundforderungen und Kriterien, die individuelle und kollektive Gültigkeit bis zur globalen Ebene besitzen. Zum Nachweis dieser Gültigkeit besteht der Kern der Argumentation in einer Auseinandersetzung mit anderen ethischen Zugängen und Konzeptionen. Mit dieser Interpretation will der Autor in vier synthetischen Rechtfertigungen die philosophische „Tiefgründigkeit“ des Weltethos klar zur Geltung bringen und verdeutlichen, dass damit das Weltethos selbst bereichert, sowie dessen Anspruch als Grundkonsens für ethische Fragen der Weltgemeinschaft zu fungieren, bekräftigt wird. Das zeigt der Autor ebenfalls an einem konkreten Beispiel: Die intrinsische Verwandtschaft zwischen „Nachhaltiger Entwicklung“ nach der Definition von 1987 und dem Weltethos nach dieser psychologischen Lesart wird präzise erkennbar.

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R. Brunnhuber: Ethischer Realitätssinn nach dem Weltethos
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R. Kaufmann: Das Phänomen der Vision

Der erste Teil dieser Arbeit von R. Kaufmann versucht, die Frage zu klären, was eine Vision sei. Auf diese Frage gibt es drei grundverschiedene Antworten: 1) Gläubige halten Visionen für göttliche Offenbarungen; 2) Aufgeklärte erklären sie für Ideen, die nicht vom Himmel, sondern von klugen Köpfen kommen; 3) Tiefenpsychologen betrachten sie als Produkte des Unbewussten, die vom Ich innerlich wahrgenommen werden. Die drei Antworten zeigen den Multi-Kulti-Dschungel unserer Gegenwart, in welchem Weltbilder mit einander vermischt sind, die zeitlich nach einander entstanden sind und verschiedenen Epochen der Bewusstseinsevolution angehören. Die Mixtur der Kulturen ist eine verwirrende Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigem. Den zweiten Teil der Arbeit bildet die eingehende Analyse einer Vision des Schweizer Mystikers Niklaus von Flüe, dessen 600. Geburtstag heuer gefeiert wird.

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R. Kaufmann: Das Phänomen der Vision
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H. Walser: Vom Gottesrecht zu den Menschenrechten

In seinem Artikel "Vom Gottesrecht zu den Menschenrechten: Bewusstseinsevolution und Wandel der Auffassung vom Recht" illustriert der ehem. Bundesrichter (CH) und Jurist Dr. Hermann Walser, wie sich die Bewusstseinsevolution auch in der Entwicklung des Rechts spiegelt. Innerpsychische Entwicklung und weltlicher Fortschritt sind auch im Bereich des Rechts eng verbunden. Ausgangspunkt war die Vorstellung, Recht und Gesetze stammten direkt von den Göttern ab oder hätten wenigstens eine göttliche Legitimation. In der Zeit der Aufklärung folgte die Wende zum Naturrecht und zum Positivismus, in welchem Naturrecht und mathematische Ableitungsformeln verbunden wurden. Im jetzt angebrochenen integralen Zeitalter muss der Mensch einsehen, dass gutes Recht nur im Dialog mit der Natur, den Mitmenschen und dem Selbst entstehen kann.

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H. Walser: Gottesrecht und Menschenrechte
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R. Brunnhuber: Eine empirische und philosophische Begründung des Weltethos

Es ist von herausragender Bedeutung, dass die verschiedenen Religionen mit ihren höchst unterschiedlichen metaphysischen Erklärungsgrundlagen dennoch einige ethische Grundforderungen gemeinsam haben, welche von Hans Küng im Weltethos zusammengefasst wurden. Robert Brunnhuber (BA, BA, MSc) unternimmt es in seinem Artikel "Eine empirische und philosophische Begründung des Weltethos", deren universale Geltung ohne direkte religiöse Bezugnahme mit empirischen Fakten nachzuweisen, was mit dem zentralen Kriterium der Anerkennung demonstriert wird.

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R. Brunnhuber: Begründung des Weltethos
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Th. Mattig: Healthy Economy

In seinem Artikel "Healthy Economy – Neue Denkformen für eine gesunde Wirtschaft"  befaßt sich Dr. Thomas Mattig mit der Bedeutung der Gesundheit für die Wirtschaft. In den gängigen ökonomischen Theorien spielt die Gesundheit eine untergeordnete Rolle. Die sogenannte „Gesundheitsökonomie“ befasst sich vorwiegend mit den Kosten eines Gesundheitswesens, das auf die Bekämpfung von Krankheiten ausgerichtet ist. Sowohl in der Medizin wie auch in der Ökonomie  fehlt es an einem positiven Gesundheitsbegriff. Die von Aaron Antonovsky begründetet Salutogenese bedeutet einen Perspektivenwechsel: Sie fragt nach der Entstehungsbedingungen der Gesundheit. Ein Ansatz, der auch  für die Ökonomie fruchtbar gemacht werden kann.

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Th. Mattig: Healthy Economy
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R. Kaufmann: Fortschritt – Wohin?

Der heute anstehende evolutionäre Schritt ist ein Prozess, der den Menschen als ganzen erfasst, wandelt und erdet. Er ergänzt die Kopflastigkeit der positivistischen Moderne und erweitert deren Sach- und Fachwissen um neue, wissenschaftlich fundierte Einsichten in die menschliche Psyche. Die damit verbundene Wende nach innen führt zu einem fundamentalen Mentalitätswandel: zur Mutation des Bewusstseins. Der Artikel des Theologen und Dipl. Analyt. Psychologen R. Kaufmann "Fortschritt - wohin? – Vom positivistischen zum integralen Entwicklungskonzept" erweitert das Entwicklungskonzept der UNO, verwurzelt die menschliche Kultur in der Bio-Evolution, beschreibt den Bedeutungswandel der Begriffe: „Entwicklung“, „Evolution“ und „Revolution“ und schliesst utopisch mit: „Der Schritt ins Jahr Null.“

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L. Deecke: Willensfreiheit

Die Frage, ob der Mensch einen freien Willen hat, ist von grundlegender Bedeutung für alle Wissenschaften vom Menschen, und damit auch für die Leitfrage des DRI, wie menschliche und globale Entwicklung zusammenhängen. Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h.c. Lüder Deecke, einer der weltweit bekanntesten Neurologen und Hirnforscher, argumentiert in seinem Artikel, daß der Mensch nicht total determiniert ist, sondern Willensfreiheit besitzt im Sinne einer relativen Freiheit in Freiheitsgraden, an deren Vermehrung der Mensch tatkräftig arbeiten kann: "Neurophysiologisch ist Wille eine komplexe, umfassende Hirnfunktion; ein enger Begriff verfehlt große Teile. Umfassende Begriffe wie Bewusstsein, Intelligenz, Wille sind durchaus nicht leer; wir brauchen sie trotz ihrer vielen Aspekte. Vor dem Entschluss stehen, schon getrieben vom Wollen, Überlegungen und vielleicht innere Kämpfe und Einsicht; nach der Planung und dem Entschluss gibt es – trotz Delegation von vielen Einzelheiten an übergelernte und wieder unbewusst gewordene Unterprogramme – zielstrebige Wachsamkeit, Sorgfalt, Gründlichkeit, Korrekturen, Vollendungswillen und neue Pläne: Das alles gehört zum Willen."

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M. Baumgartner: Überschätzte Toleranz

Dipl.-Ing. Dr. Dr. Martin Baumgartner untersucht in seinem Artikel die Grenzen des Toleranzbegriffs. Mit der Gegenwart haben wir den bisher höchsten Grad an Mobilität und Informationsaustausch in der Geschichte erreicht. Die Konfrontation mit dem Menschen, der anders denkt und anders handelt als wir selbst, war noch nie so eindringlich und dauerhaft wie heute. Um die Konflikte, die dabei entstehen können, zu vermeiden, versucht die aufgeklärte, demokratisch organisierte Gesellschaft dem Fremden mit Toleranz zu begegnen. Dabei wird oft übersehen, dass sich das Respektieren und erst recht das geforderte Akzeptieren nur auf die Ansichten des anderen erstreckt. Wenn dieser andere gemäß seinen Ansichten auch handelt, stößt die Toleranz schnell an ihre Grenze. Unterschiedliches Denken und Reden hat meist keine unmittelbare Konsequenz. Unterschiedliches Handeln aber wird in den Augen des Andersdenkenden rasch zu einem Zuwiderhandeln. Somit kann keine der beiden Seiten die andere akzeptieren, ohne selbst einzulenken. Die Toleranz ist dann kein sinnvolles Konzept mehr. Wenn die räumliche Trennung der konkurrierenden Gruppen nicht möglich ist, wird der Konflikt konsequenterweise mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln ausgetragen werden.    

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E. Riether: Das Projekt Weltethos

Prof. Mag. E. Riether stellt in diesem DRI Artikel das Projekt Weltethos vor. Hans Küng hat das Projekt 1990 entworfen, das die sogenannte Spurensuche und die Erklärung zum Weltethos umfasst. Ausgehend von der Überzeugung, dass es keinen Frieden unter den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen geben kann, unternahm er eine groß angelegte Forschungsarbeit, in der er die ethischen Prinzipien religiöser und säkularer Traditionen untersuchte. Hierbei entdeckte er, dass es in den wichtigsten ethischen Prinzipien weltweit eine frappante Übereinstimmung gibt, was ihn zu der Überzeugung führte, dass es so etwas wie ein globales Ethos gibt. Daraufhin wurde er vom Parlament der Weltreligionen aufgefordert, eine Erklärung zum Weltethos auszuarbeiten, die von den Vertretern der wichtigsten Religionen unterzeichnet werden konnte und die heute die Grundcharta der Weltethos-Bewegung bildet.    

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E. Riether: Projekt Weltethos
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P. Gowin: Die Entdeckung der Persönlichkeitsentwicklung

Das Konzept der Persönlichkeitsentwicklung ist verhältnismäßig neu. Es stammt aus der Zeit der Renaissance und beginnt mit Pico della Mirandola. Der DRI Vortrag von DRI Vorstand Mag. Dr. Dr. Peter Gowin beschreibt Umfang und Geschichte des Konzepts, sowie die drei Mechanismen, die heute eingesetzt werden, um die Persönlichkeitsentwicklung des Individuums zu lenken: rationale Reflexion, spirituelles Erleben und soziale Interaktion. Ein Beitrag von Dr. Gowin zum Thema ist 2014 im Forschungsbulletin der Sigmund Freud Privatuniversität erschienen: Die Entdeckung der Persönlichkeitsentwicklung (SFU Forschungsbulletin).

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P. Gowin: Persönlichkeitsentwicklung
DRI L #3 Gowin Die Entdeckung der Persön
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A. Blaicher: Gesundheit im Zeitalter der Menschenrechte

Gesundheit ist eines der Hautptthemen in der Diskussion der Entwicklung des Menschen und der Menschheit im 21. Jahrhundert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Davon ausgehend behandelt der Artikel von Univ.-Doz. Dr. A. Blaicher folgende Fragen: (1) Was unterscheidet die Gesundheitswirtschaft von anderen Wirtschaftszweigen? (2) Wie stellen sich die Gesundheitssysteme auf dieser Welt im Vergleich dar? (3) Wie werden sich diese Gesundheitssysteme in Zukunft entwickeln? (4) Was kann jeder Einzelne konkret tun?

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A. Blaicher: Gesundheit im Zeitalter der Menschenrechte
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G. Walch: Wandlung zu einer neuen Ethik

Gerhard M. Walch bezieht sich mit seinem überarbeiteten Beitrag aus seinem Buch „Wandlungen des Bewusstseins – Erich Neumanns Tiefenpsychologie der Kultur“ auf Erich Neumanns Werk „Tiefenpsychologie und neue Ethik“. Neumann war einer der bedeutendsten Vertreter und Erneuerer der Analytischen Psychologie C. G. Jungs. Er vermittelt uns einen Übergang von der alten Spaltungs-Ethik der Schatten-Projektion und Sündenbock-Psychologie hin zu einer neuen Ganzheits-Ethik der Integration des Schattens und der Feindbilder. Nur ein integrativer Umgang mit dem Problem des Bösen kann auch der Situation des modernen Menschen gerecht werden. Der Mensch,  der sich auch seiner dunklen und negativen Seiten bewusst ist, muss sie nicht mehr nach außen auf andere projizieren und dort bekämpfen. Dadurch erhalten wir eine grundlegende Weg-Weisung für eine individuelle und kollektive Integrations- und Friedensarbeit.

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Gerhard M. Walch: Vom Sündenbock zur Feindesliebe – Wandlung zu einer neuen Ethik
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