Warum brauchen wir ein Weltparlament?


Neuer DRI Artikel von Jo Leinen und Andreas Bummel: "Die Entwicklung des Bewusstseins und ein Weltparlament".

 

In diesem Auszug aus dem Buch „Das demokratische Weltparlament: Eine kosmopolitische Vision“ von Jo Leinen und Andreas Bummel (März 2017, Dietz-Verlag) geht es um den Zusammenhang zwischen der Entwicklung der menschlichen Psyche und der sozialen Institutionen. Die Anforderungen der modernen Welt gehen demnach mit einem Bewusstseinswandel einher, der wiederum die Basis für die Fortentwicklung sozialer Strukturen darstellt und vice versa. Im Zuge der fortschreitenden globalen Verflechtung erweitert sich das empathische Empfinden für einen wachsenden Kreis von Menschen auf die ganze Welt. Aus der Perspektive der Bewusstseinsevolution deutet sich die Ausbildung einer integralen Weltsicht an, deren symbolträchtigste institutionelle Verkörperung ein Weltparlament wäre. – J. Leinen (rechts) ist MdEP und ehem. Minister für Umwelt, Saarland, Deutschland. A. Bummel (links) ist Leiter der internationalen Kampagne für ein Parlament bei der UNO.

 

Hier geht es zum DRI Artikel: Leinen, J. und Bummel, A.: J. Leinen, A. Bummel: Die Entwicklung des Bewusstseins und ein Weltparlament.

 

DRI: Herr Bummel, Sie leiten die internationale Kampagne für ein Parlament bei der UNO. Um was geht es dabei?

 

Bummel: Die Kampagne ist ein globales Netzwerk von Parlamentsabgeordneten, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für eine demokratische Vertretung der Weltbevölkerung in den Vereinten Nationen einsetzen. Eine Parlamentarische Versammlung der UNO würde erstmals gewählten Volksvertretern eine unmittelbare und einflussreiche Rolle in der globalen Politik einräumen. Bisher sind bei der UNO nur die Regierungen vertreten. Das ist nicht mehr ausreichend.

 

DRI: Sie haben dazu auch ein Buch veröffentlicht, zusammen mit Jo Leinen, MdEP und ehemaliger Umweltminister im Saarland. Was steht da drin?

 

Bummel: Ja, das Buch ist im März 2017 im Dietz-Verlag erschienen. Wir haben fünf Jahre daran gearbeitet. Wir beschreiben darin in drei Teilen die Geschichte, heutige Relevanz und mögliche Umsetzung der Vision eines Weltparlaments. Ein roter Faden ist dabei die Entwicklung des Parlamentarismus und der Demokratie sowie das immer offenkundigere Scheitern des Systems souveräner Staaten angesichts der globalen Herausforderungen unserer Zeit. Langfristig gesehen kann eine gerechte, friedliche und nachhaltige Weltordnung unserer Meinung nach nur durch föderales Weltregieren gewährleistet werden. Dafür sammeln wir in dem Buch Beispiele und Argumente.

 

DRI: Wie sieht es mit Unterstützung für die Initiative aus, und wo kann man mehr erfahren oder sich engagieren?

 

Bummel: Die Idee eines Weltparlaments gibt es schon seit der französischen Revolution. Einer der prominentesten Unterstützer war Albert Einstein. Die internationale Kampagne wurde vor zehn Jahren gestartet. Inzwischen haben sich mehr als 1.500 amtierende und ehemalige Abgeordnete aus über 120 Ländern dahinter gestellt, außerdem hunderte andere Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen, darunter zum Beispiel der Dalai Lama oder der ehemalige Direktor der Welthandelsorganisation Mike Moore. Der im vergangenen Jahr verstorbene ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali war Schirmherr. Wir arbeiten mit zahlreichen Institutionen zusammen, so zum Beispiel auch mit dem DRI.

 

 

Mehr Infos dazu auf der Website: www.unpacampaign.org.

 

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